Der EU Batteriepass ist ein digitaler Pflichtnachweis — abrufbar per QR-Code — der ab dem 18. Februar 2027 jede Elektrofahrzeugbatterie und jede Industriebatterie über 2 kWh begleiten muss, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht wird. Er ist der erste weltweit verpflichtende Digitale Produktpass und gilt als Pilotprojekt für das gesamte EU-DPP-System. Wie der Batteriepass Einzug hält und durchgesetzt wird, bestimmt die Anforderungen für Textilien, Möbel, Elektronik und alle weiteren Produktkategorien unter der Ökodesign-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1781).
Was schreibt der EU Batteriepass vor?
Unter Verordnung (EU) 2023/1542 muss der Batteriepass detaillierte Angaben in fünf Kategorien enthalten:
Produktidentität und technische Daten
Jeder Batteriepass muss eine eindeutige Batteriekennung enthalten — einen Seriennummer-Code, der jede einzelne Einheit über den gesamten Lebenszyklus rückverfolgbar macht. Es geht dabei nicht um eine modellbezogene Kennung, sondern um eine Stücknummer: Jede einzelne Batterie, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht wird, erhält einen eigenen Passporteintrag im zentralen EU-Register.
Folgende Identitätsdaten sind verpflichtend:
- Eindeutige Batteriekennung (Seriennummer nach EN/IEC 62902)
- Batteriechemie und -typ (z. B. Lithium-Ionen NMC, LFP, Festkörper)
- Nennkapazität, Spannung, Gewicht und Abmessungen
- Herstellungsdatum und Herstellungsort
- Hersteller- und Markenidentifikation (einschließlich EU-Bevollmächtigtem, falls der Hersteller außerhalb der EU ansässig ist)
Diese stücknummerngenaue Rückverfolgbarkeit ist eine anspruchsvolle Anforderung. Für Textil-DPPs wird die Kommission noch diskutieren, ob die Identifizierung auf Modell-, Chargen- oder Artikelebene erfolgt — der stücknummerngenaue Ansatz des Batteriepasses markiert das anspruchsvollste Ende dieses Spektrums.
Umweltdaten
Die Umweltdatenanforderungen der Batterieverordnung (EU) 2023/1542 gehören zu den granularsten, die jemals für eine Produktkategorie vorgeschrieben wurden. Jeder Batteriepass muss offenlegen:
- CO₂-Fußabdruck — Lebenszyklusemissionen in CO₂ pro kWh Batteriekapazität, berechnet nach der Methodik im delegierten Rechtsakt der Kommission zu CO₂-Fußabdruck-Regeln (Artikel 7). Erfasst werden Rohstoffgewinnung, Zellenfertigung, Montage und Transport
- CO₂-Fußabdruck-Leistungsklasse — eine vereinfachte A/B/C/D-Bewertung, die nachgelagerten Käufern den Vergleich erleichtern soll. Der methodische Delegierte Rechtsakt war ursprünglich für Februar 2025 geplant, wurde aber verzögert — Hersteller haben damit noch keine abschließenden Berechnungsregeln
- Rezyklatanteile — konkrete Prozentzahlen für Kobalt, Lithium, Nickel und Blei aus Recyclingquellen. Mindestanteile steigen schrittweise: 16 % Kobalt, 6 % Lithium und 6 % Nickel bis 2031, weitere Erhöhungen bis 2036 (Artikel 8)
Dieses Modell der Umweltoffenlegung — Lebenszyklusfußabdruck plus Leistungsklassifizierung — wird voraussichtlich auf den Textil-DPP übertragen, wo CO₂-Fußabdruck je Kleidungsstück und Haltbarkeitsratings aktiv diskutiert werden.
Leistungs- und Lebenszyklusdaten
Anders als ein statisches Produktetikett erfasst der Batteriepass Daten über den gesamten Lebenszyklus der Batterie. Artikel 14 der Batterieverordnung (EU) 2023/1542 schreibt vor, dass Batteriemanagement-Systeme (BMS) folgende Daten aufzeichnen und zur Verfügung stellen:
- Gesundheitszustand (Kapazitätsabnahme über die Zeit, ausgedrückt als Prozentsatz der ursprünglichen Nennkapazität)
- Ladehistorie (Lade- und Entladevorgänge)
- Zyklenzahl und Nutzungsmuster (Anzahl abgeschlossener Vollzyklen)
- Voraussichtliche Restnutzungsdauer (algorithmische Schätzung auf Basis von Degradationsverläufen)
- Betriebstemperaturverlauf und Protokolle von Störereignissen
Diese Lebenszyklusverfolgung ist die technisch anspruchsvollste Anforderung — und das für andere DPPs relevanteste Präzedenzmodell. Sie verlangt, dass der Batteriepass ein lebendes Dokument ist, das über den BMS-Datenfeed kontinuierlich aktualisiert wird. Textil-DPPs werden voraussichtlich keine Echtzeit-Lebenszyklusverfolgung erfordern, aber die Infrastruktur für laufende Datenaktualisierungen — nicht nur Einmalerklärungen — wird durch den Batteriepass etabliert. Das Gemeinsame Forschungszentrum (JRC) der Europäischen Kommission erarbeitet die technischen Standards für diesen Datenaustausch, die die übergeordnete Datenarchitektur der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 prägen werden.
Zusammensetzung und Materialien
Die Batterieverordnung (EU) 2023/1542 verlangt die vollständige Offenlegung des Batterieinhalts — deutlich über das hinaus, was die meisten Hersteller heute veröffentlichen. Der Pass muss enthalten:
- Aktivmaterialien und Elektrolytzusammensetzung (konkrete chemische Formulierungen, nicht nur generische Kategorien)
- Verwendete kritische Rohstoffe — Kobalt, Lithium, Nickel, Naturgraphit und Mangan — mit Herkunftsland-Information für Lieferkettentransparenz
- Enthaltene Gefahrstoffe, einschließlich solcher nach REACH (Verordnung (EG) 1907/2006) und der CLP-Verordnung (EG) 1272/2008
- Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) ab 0,1 % Gewichtsanteil (derselbe Schwellenwert, der bereits in der SCIP-Datenbank unter der Abfallrahmenrichtlinie gilt)
Diese Materialtransparenz hat eine direkte Entsprechung für Textilien. Der Textil-DPP wird voraussichtlich die Offenlegung von Chemikalien (Farbstoffe, Ausrüstungen, Flammschutzmittel), des Rezyklatfaseranteils und des Mikrofaser-Auswaschpotenzials verlangen. Marken, die ihre Materialeinsätze bereits detailliert erfassen, haben einen erheblichen Vorsprung.
End-of-Life-Informationen
Die Kreislaufwirtschaft steht im Mittelpunkt der Batterieverordnung (EU) 2023/1542. Der Pass muss detaillierte End-of-Life-Daten enthalten, um Recycling und Zweitnutzung zu ermöglichen:
- Demontageanweisungen für die sichere Entnahme — schrittweise Verfahren, die Recyclingbetrieben erlauben, Batteriezellen zu entnehmen, ohne thermisches Durchgehen oder Chemikalienexposition auszulösen
- Recyclingleitfaden und empfohlene Verfahren — einschließlich Angaben, welche hydrometallurgischen oder pyrometallurgischen Methoden für die spezifische Batteriechemie geeignet sind
- Sammelstellen und Details zu Rücknahmeprogrammen — geografische Standorte und Kontaktdaten des Hersteller-EPR-Netzwerks (erweiterte Herstellerverantwortung)
- Bewertung der Zweitnutzungseignung — ob die Batterie auf Basis ihrer Zustandsdaten umgewidmet werden kann (z. B. als stationärer Energiespeicher)
Diese End-of-Life-Transparenz ist ein Blaupause für Textil-DPPs, die voraussichtlich Faserangaben zur Recyclingfähigkeit, Demontageanweisungen für mehrlagige Kleidungsstücke und EPR-Schemainformationen im Rahmen des EU-Textilabfallrahmens umfassen werden.
Der Batteriepass verwendet dasselbe abgestufte Zugriffsmodell, das alle DPPs unter der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 nutzen werden: öffentliche Daten (für jeden beim QR-Code-Scan), eingeschränkte Daten (Recycler, Reparaturbetriebe) und Behördendaten (Marktüberwachung, Zoll). Wer dieses Modell durch den Batteriepass versteht, versteht, wie der Textil-DPP funktionieren wird.
Warum sollten Unternehmen ohne Batterieprodukte den Batteriepass beachten?
Wenn Sie Kleidung verkaufen, keine Batterien — warum sollte Sie das interessieren? Weil der Batteriepass drei entscheidende Präzedenzfälle schafft.
Präzedenzfall 1: Die technische Architektur
Der Batteriepass nutzt denselben technischen Stack, den auch Textil-DPPs erfordern werden:
| Komponente | Batteriepass | Textil-DPP (erwartet) |
|---|---|---|
| Produktkennung | GS1 GTIN + Seriennummer | GS1 GTIN + Serien-/Chargennummer |
| Datenträger | QR-Code (ISO/IEC 18004) | QR-Code (ISO/IEC 18004) |
| URL-Struktur | GS1 Digital Link | GS1 Digital Link |
| Datenformat | JSON-LD, strukturierte Daten | JSON-LD, strukturierte Daten |
| Zugangskontrolle | Dreistufig (öffentlich/eingeschränkt/Behörden) | Dreistufig (öffentlich/eingeschränkt/Behörden) |
| Register | Zentrales EU-DPP-Register | Zentrales EU-DPP-Register |
| Backup-Hosting | Unabhängiger DPP-Dienstleister | Unabhängiger DPP-Dienstleister |
Wer den Batteriepass technisch versteht, versteht 80 % der Funktionsweise des Textil-DPPs. Die Unterschiede liegen in den Datenfeldern, nicht in der Infrastruktur. Mehr zu den technischen Details von QR-Codes und GS1 Digital Link finden Sie in unserem Leitfaden zu Produktpass-QR-Codes.
Präzedenzfall 2: Das Durchsetzungsmodell
Der Batteriepass ist der erste Test dafür, ob die EU DPP-Konformität im großen Maßstab tatsächlich durchsetzen kann. Die EU-Allgemeine Produktsicherheitsverordnung (GPSR, Verordnung (EU) 2023/988), die im Dezember 2024 in Kraft getreten ist, hat die Marktüberwachungsbefugnisse bereits gestärkt — das DPP-Register fügt eine digitale Durchsetzungsebene hinzu. Folgende Fragen werden beantwortet:
- Zolldurchsetzung: Wie effizient können Grenzbehörden Batteriepass-Registrierungen gegen das zentrale EU-Register prüfen? Das ICSMS (EU-Informations- und Kommunikationssystem für die Marktüberwachung) wird für DPP-Abfragen ausgebaut
- Marktüberwachung: Wie schnell reagieren nationale Behörden bei nicht konformen Produkten? Unter der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 müssen Sanktionen „wirksam, verhältnismäßig und abschreckend" sein — jeder Mitgliedstaat legt jedoch seine eigenen Bußgeldhöhen fest
- Plattform-Gatekeeper: Werden Amazon, eBay und andere Plattformen vorab auf Batteriepass-Konformität prüfen? Der Digital Services Act (Verordnung (EU) 2022/2065) verpflichtet Plattformen bereits zur Zusammenarbeit mit Marktüberwachungsbehörden
- Realität von Übergangsfristen: Wie viel Toleranz gibt es für unvollständige Daten in den ersten Monaten? Die frühe Durchsetzung von REACH und CE-Kennzeichnung legt nahe: Die EU startet konsequent und bleibt es
Die Antworten werden direkt beeinflussen, wie aggressiv Textil-DPPs ab 2028/2029 durchgesetzt werden. Mehr zu den Folgen einer Nicht-Konformität finden Sie in unserem Leitfaden zu DPP-Sanktionen.
Präzedenzfall 3: Das Verzögerungsmuster
Die Batterieverordnung (EU) 2023/1542 zeigt, wie die EU mit Umsetzungsschwierigkeiten umgeht — und das Muster ist aufschlussreich. Die Kommission hat ihre Befugnisse bei Delegierten Rechtsakten genutzt, um unterstützende Anforderungen zu verschieben, während der zentrale Passporttermin unangetastet blieb:
| Anforderung | Ursprüngliches Datum | Aktueller Stand | Was passierte |
|---|---|---|---|
| CO₂-Fußabdruck-Erklärung | Februar 2025 | Verzögert | Methodischer Delegierter Rechtsakt nicht verabschiedet; Kommission verwies auf unzureichende Branchendaten |
| Sorgfaltspflichten Lieferkette | August 2025 | August 2027 | Um 2 Jahre verschoben via Verordnung (EU) 2025/1561, verabschiedet September 2025 |
| Batteriepass | Februar 2027 | Im Zeitplan | Hartes Datum in Artikel 77 der Verordnung, nicht durch Delegierten Rechtsakt änderbar |
| Technische Spezifikationen Batteriepass | Vor 2027 | Noch in Arbeit | JRC und Normungsgremien arbeiten unter engem Zeitplan |
Das Muster: Unterstützende Anforderungen werden verschoben, die zentrale Passportfrist hält. Dies spiegelt sich auch bei REACH (Verordnung (EG) 1907/2006) wider, wo Registrierungsfristen trotz nachhinkender Leitlinien eingehalten wurden. Für Textilien unter der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 bedeutet das: Der Delegierte Rechtsakt kann sich verzögern (die aktuelle Schätzung Q2 2027 liegt bereits später als frühere Prognosen), aber sobald er veröffentlicht ist, gilt die Konformitätsfrist verbindlich. Verwechseln Sie verzögerte Delegierte Rechtsakte nicht mit einem verzögerten Mandat.
Batteriehersteller stehen vor einer Herausforderung: Die Passfrist steht fest (Februar 2027), die detaillierten technischen Spezifikationen werden aber noch erarbeitet. Das schafft ein komprimiertes Umsetzungsfenster, in dem Systeme gebaut werden müssen, bevor alle Anforderungen vollständig definiert sind. Textilmarken sollten dieselbe Dynamik einplanen — warten Sie nicht auf den Delegierten Rechtsakt, bevor Sie sich vorbereiten.
Wie sieht der Zeitplan für den Batteriepass aus?
Bereits in Kraft
| Datum | Meilenstein |
|---|---|
| August 2023 | Batterieverordnung (EU) 2023/1542 tritt in Kraft |
| Februar 2024 | Verordnung beginnt zu gelten (mit Ausnahmen) |
| August 2025 | Alte Batterierichtlinie (2006/66/EG) vollständig aufgehoben; erweiterte Kennzeichnungspflichten |
| September 2025 | Deutschland verabschiedet nationales Umsetzungsgesetz |
Was noch kommt
| Datum | Meilenstein |
|---|---|
| August 2026 | Harmonisierte Kennzeichnungsanforderungen erweitern sich (Herstellerangaben, Kapazität, Gefahrstoffe, kritische Rohstoffe) |
| 18. Februar 2027 | Batteriepass wird Pflicht (EV- und Industriebatterien >2 kWh) |
| 2027 | QR-Code-Pflicht für betroffene Batterien |
| August 2027 | Sorgfaltspflichten für die Lieferkette treten in Kraft |
Die Kennzeichnungsanforderungen ab August 2026 sind der erste Durchsetzungsschritt — eine Generalprobe vor dem vollständigen Passport-Mandat.
Was verrät der Batteriepass über DPP-Kosten?
Kostendaten aus frühen Batteriepass-Implementierungen geben einen Vorgeschmack auf die Konformitätskosten für alle Produktkategorien unter der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781. Der Batteriesektor als Erster liefert die ersten realen Kostenbenchmarks:
| Kostenfaktor | Batteriepass | Implikation für Textil-DPP |
|---|---|---|
| GS1-Kennung einrichten | Für die meisten Batteriehersteller bereits vorhanden | Modemarken benötigen ein GS1-Firmenpräfix (~250–1.000 €/Jahr, GS1 EU-Preise 2026) |
| Datenerhebung | Aufwändig — Lebenszyklusdaten erfordern Sensoren und Software | Weniger aufwändig — meist statische Produktdaten, aber Lieferkettendaten sind die Herausforderung |
| Plattform/Hosting | Enterprise-Lösungen (hohe Kosten) | KMU-orientierte Plattformen erwartet (unter 15.000 €/Jahr, Renoon-Marktanalyse, Januar 2026) |
| QR-Code-Generierung | In Fertigungsetiketten integriert | In Pflegeetiketten und Hangtags integriert |
| Laufende Pflege | Hoch — Echtzeit-Lebenszyklusverfolgung | Geringer — hauptsächlich bei Designänderungen, nicht pro Einheit |
Die wichtigste Kostenlektion aus dem Batteriebereich: Datenerhebungsaufwand übersteigt Technologiekosten. Batteriehersteller berichten, dass 60–70 % ihrer DPP-Konformitätsausgaben auf menschliche Arbeit entfallen — Daten von Vorlieferanten beschaffen, auf regulatorische Schwellenwerte prüfen und bei Formulierungsänderungen aktualisieren. Plattformgebühren sind der kleinere Posten. Das gilt gleichermaßen für Textilien, wo die Rückverfolgung von Faserrohstoffen, Chemikalieneinsätzen und Herstellungsbedingungen über mehrstufige Lieferketten die eigentliche Herausforderung ist. Detaillierte Schätzungen finden Sie in unserem DPP-Kostenleitfaden.
Was können Modemarken vom Batteriepass lernen?
1. Früh mit der Datenerhebung beginnen
Batteriehersteller, die Anfang 2025 — direkt nachdem die Batterieverordnung (EU) 2023/1542 in ihre Anwendungsphase getreten ist — mit der Datenerhebung begonnen haben, haben einen 18-monatigen Vorsprung beim Passport-Compliance. Wer jetzt, Anfang 2026, damit anfängt, hat nur noch ein 11-monatiges Fenster, um Lieferketten zu kartieren, Materialzusammensetzungsdaten zu erheben, CO₂-Fußabdrücke zu berechnen und eine DPP-Plattform zu integrieren. Viele kämpfen.
Für Textilien wird der Delegierte Rechtsakt unter der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 im Q2 2027 erwartet, mit Anwendung rund 18 Monate später. Das klingt nach viel Zeit — aber Textil-Lieferketten sind notorisch fragmentiert: Ein einzelnes Kleidungsstück kann 5–8 Lieferanten über 3–4 Länder involvieren. Beginnen Sie jetzt mit der Erfassung von Materialzusammensetzungs-, Lieferketten- und Umweltdaten, während kein Fristdruck besteht, und Sie vermeiden den Stress, den Batteriehersteller heute erleben.
2. Standards-basierte Infrastruktur wählen
Jeder Batteriepass verwendet GS1-Digital-Link-URIs und standardisierte Datenformate (JSON-LD mit schema.org-Vokabular). Das ist nicht optional — die Batterieverordnung (EU) 2023/1542 und ihre Durchführungsrechtsakte schreiben die Interoperabilität mit dem zentralen EU-DPP-Register vor, das GS1-konforme Kennungen verlangt. Batteriehersteller, die proprietäre Rückverfolgbarkeitssysteme vor der Finalisierung der Verordnung aufgebaut hatten, müssen jetzt erhebliche Ressourcen für die GS1-Nachrüstung aufwenden.
Dasselbe gilt für Textil-DPPs unter der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781. Der GS1-Digital-Link-Standard stellt sicher, dass jeder QR-Code auf einen normkonformen Datenendpunkt verweist. Marken, die jetzt GS1-Kennungen und Datenstrukturen einführen, haben einen Plug-and-Play-Weg zur Konformität. Wer individuelle Lösungen aufbaut, riskiert kostspielige Nacharbeit.
3. Abgestuften Zugang einplanen
Das dreistufige Zugriffsmodell des Batteriepasses — definiert in Artikel 77 der Batterieverordnung (EU) 2023/1542 — unterscheidet zwischen öffentlichen Daten (für Verbraucher beim QR-Code-Scan), eingeschränkten Daten (zugelassene Recycler, Reparaturbetriebe, Second-Life-Betreiber) und Behördendaten (Marktüberwachungsbehörden und Zoll). Jede Stufe hat andere Datenfelder, andere Authentifizierungsanforderungen und andere datenschutzrechtliche Pflichten (im Einklang mit der DSGVO, Verordnung (EU) 2016/679).
Diese exakt dreistufige Struktur ist in Artikel 12 der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 übernommen, der alle künftigen DPPs einschließlich Textilien regelt. Ihre DPP-Plattform muss von Anfang an rollenbasierte Zugangskontrolle unterstützen — nicht nachträglich. Modemarken sollten ihre Datenmanagementsysteme so gestalten, dass sensible Lieferkettendaten (eingeschränkte Stufe) von verbraucherseitigen Nachhaltigkeitsinformationen (öffentliche Stufe) getrennt sind.
4. Schnelle Durchsetzung einkalkulieren
Die EU hat seit 2023 erheblich in die DPP-Durchsetzungsinfrastruktur investiert — das zentrale DPP-Register (verpflichtend nach Artikel 13 der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781), Zollintegration über die EU-Single-Window-Umgebung für den Zoll (Verordnung (EU) 2022/2399) und eine gestärkte Marktüberwachungskoordination durch das EU Product Compliance Network. Wenn Textil-DPPs 2028/2029 Pflicht werden, ist dieses Durchsetzungssystem bereits durch 18+ Monate Batteriepass-Enforcement erprobt.
Es wird keinen „sanften Start" für Textilien geben. Zollbeamte werden das DPP-Register bereits kennen. Marktplatz-Plattformen werden bereits Compliance-Screening implementiert haben. Nationale Marktüberwachungsbehörden werden bereits etablierte Prüfprotokolle haben. Wer damit rechnet, dass die Durchsetzung in den ersten Monaten nachsichtig sein wird, macht denselben Fehler wie Unternehmen bei REACH-Registrierungsfristen — die EU setzt von Tag eins durch.
5. Das Verzögerungsmuster ist nicht dauerhaft
Die Batteriesorgfaltspflichten wurden um 2 Jahre verschoben (von August 2025 auf August 2027 via Verordnung (EU) 2025/1561), und auch die CO₂-Fußabdruck-Erklärungsmethodik wurde verzögert. Aber die zentrale Batteriepassfrist vom 18. Februar 2027 hat sich keinen Tag verschoben. Das Muster ist eindeutig: Die EU verzögert unterstützende Maßnahmen, wenn technische Bereitschaft fehlt, das Hauptmandat bleibt aber fest.
Gehen Sie nicht davon aus, dass Textil-DPP-Fristen verschoben werden, nur weil der Delegierte Rechtsakt länger braucht. Sobald der Textil-Delegierte Rechtsakt unter der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 veröffentlicht wird, läuft die Uhr — und die Kommission hat keinerlei Hinweise gegeben, dass sie über das im Rechtsakt festgelegte Anwendungsdatum hinaus Übergangsfristen einbauen wird. Planen Sie auf Basis der veröffentlichten Termine, und behandeln Sie jede Verzögerung als Bonus-Vorbereitungszeit, nicht als Grund zu warten.
Wie PassportCraft unterstützt
PassportCraft ist für die Produktkategorien konzipiert, die nach Batterien folgen — beginnend mit Textilien. Wir verfolgen den Batteriepass-Rollout aufmerksam, weil:
- Die technische Architektur (GS1 Digital Link, JSON-LD, abgestufter Zugang) identisch ist
- Die Durchsetzungsmuster übertragen werden
- Die Kostenstrukturen für KMU vergleichbar sein werden
- Die Herausforderungen bei Lieferkettendaten ähnlich sind
Unser DPP-Readiness-Checker hilft Ihnen, Ihren aktuellen Stand einzuschätzen, bevor der Textil-Delegierte Rechtsakt ihn zur Pflicht macht.
Häufig gestellte Fragen
Brauchen Modemarken einen Batteriepass?
Nein. Der Batteriepass gilt ausschließlich für EV-Batterien und Industriebatterien mit einer Kapazität über 2 kWh. Modemarken benötigen einen separaten Digitalen Produktpass nach dem Textil-Delegierten Rechtsakt, der voraussichtlich ab Ende 2028 oder Anfang 2029 gilt.
Nutzt der Textil-DPP dieselbe Technologie wie der Batteriepass?
Ja. Beide verwenden dieselbe Grundinfrastruktur: GS1 Digital Link für QR-Code-URLs, JSON-LD als Datenformat, dreistufige Zugangskontrolle und Registrierung im zentralen EU-DPP-Register. Die Datenfelder unterscheiden sich (Batterien erfassen den Gesundheitszustand; Textilien die Materialzusammensetzung), die technische Architektur ist jedoch gemeinsam.
Wurde die Batteriepass-Frist verschoben?
Nein. Die Frist 18. Februar 2027 für den Batteriepass ist ein hartes Datum in der Verordnung und wurde nicht verschoben. Was verschoben wurde, ist die Sorgfaltspflicht für die Lieferkette (Beschaffungsanforderungen), die durch Verordnung (EU) 2025/1561 von August 2025 auf August 2027 verlegt wurde.
Was passiert, wenn der Batteriepass im Februar 2027 aktiv wird?
Ab diesem Datum muss jede EV-Batterie und jede Industriebatterie über 2 kWh, die auf dem EU-Markt in Verkehr gebracht wird, einen QR-Code aufweisen, der auf einen konformen Batteriepass verweist. Produkte ohne Pass dürfen nicht verkauft werden. Dies ist der erste echte Durchsetzungstest des DPP-Systems — sein Erfolg oder Misserfolg beeinflusst, wie aggressiv Textil-DPP-Anforderungen durchgesetzt werden.
Sollten kleine Modemarken den Batteriepass beachten?
Ja, aus strategischen Gründen. Der Batteriepass etabliert das Durchsetzungsmodell, die technischen Standards und die regulatorischen Präzedenzfälle, die auf Ihre Produkte übertragen werden. Zu verstehen, was bei Batterien passiert ist, bedeutet zu verstehen, was bei Textilien passieren wird — einschließlich Zeitdruck, Durchsetzungsgeschwindigkeit und Kostenstrukturen.



